Der immense Wasserverbrauch hat mir Milch endgültig versaut

Es gibt Menschen, die versuchen ihren Selbstwert über selbst ernanntes Weltrettungsverhalten zu erhöhen. Im Rahmen dieses Vorgehens werden andere Menschen oft abgewertet, um sich besser zu fühlen. Vielleicht auch weil die aktuellen Geschehnissen in der Welt so manchen dazu bringen könnten zu glauben, es wäre gerade alles „einfach nur schlecht“. Dieses Phänomen wurde nicht zuletzt deshalb auch unlängst von einer kontroversen Simpons Folge aufgegriffen.

Aber nicht alles was diese Menschen predigen, ist falsch. Nicht alles davon ist „Hippie-Gedankengut“, sondern vieles fußt in realen Umständen und Problemen, die leider allzuleicht von der Schulter gestrichen werden.

Denn wer möchte schon sein Verhalten ändern? Menschen hassen Veränderungen. Ich hasse Veränderungen. Du hasst Veränderung. Insbesondere durch die Jahre 2020, 2021 und sehr sicher auch 2022 ist aber klar geworden: Veränderung muss sein. Ich möchte mich daher einem Thema widmen, dass auch schon früher bereits einmal in meinen Fokus geraten ist, nun aber erneut auf der Bildfläche erschienen ist: mein Milchkonsum.

Wie bei vielen Menschen befindet sich Milch entweder direkt oder verarbeitet in vielen Lebensmitteln oder Getränken meines Alltags:

  • Ich trinke meinen Kaffee mit einem Schluck Milch.
  • Ich esse gerne Käse. Aufs Brot, gerieben auf Spaghetti, auf dem Auflauf, auf, in und um Käsespätzle herum…
  • Ich mache meinen Kindern ab und zu eine Tasse Kakao und trinke selbst gerne mal eine heiße Schokolade.

Nun habe ich im Laufe der Zeit schon viele Dinge über Milch gehört. Von Fakten über Gerüchte bis hin zu abstrusen Erzählungen war vieles dabei. Nun gibt es sicher einige Fakten, die mir bereits länger bekannt waren:

  • Konventielle Milcherzeugung ist Tierquälerei. Das gilt auch für manche Bio-Betriebe. Kühe, die leicht krank sind, werden geschlachtet statt behandelt. [M1]
  • Milch wird staatlich viel zu stark subventioniert. [M2]
  • Es gibt eine Milch-Lobby, die politisch extrem aktiv ist und dafür sorgt dass konventielle Kuhmilch billig bleibt. [M3]
  • Milch ist nicht so gesund wie viele Menschen über Jahre und Jahrzehnte hinweg gelernt haben. [M3]
  • Nicht alle eingesetzen Mittel zur Steigerung der Milchproduktion oder im Tierfutter enthaltenen Substanzen lassen sich vollständig aus der Milch herausfiltern. Insbesondere das Hormon Östrogen wird hier stark diskutiert. [M4]
  • Trotz allgemein recht guten Erzeugnissen gibt es teilweise enorme Qualitätsunterschiede in der Milchproduktion. [M5]

Verrückterweise, eventuell auch uneinsichtigerweise, vielleicht sogar idiotischerweise, haben diese Punkte nicht direkt etwas an meinem Milchkonsum verändert. Ich habe mich von qualitativ minderwertiger Milch verabschiedet, habe auf Bio-Milch umgeschwenkt, bin so manchem Firlefanz aufgesessen, aber habe versucht mich „verantwortungsbewusst“ mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Letztlich habe ich aber nur mich selbst grün gewaschen.

Quelle: [M7]

Der Kipp-Punkt: der unfassbare Wasserverbrauch pro Liter Milch

ErzeugnisVirtueller Wasserverbrauch pro Liter
Kuhmilch628
Mandelmilch371
Reismilch270
Hafermilch48

Quelle: [M6]

Doch was ist dieser „virtuelle Wasserverbrauch“? Woher stammen diese erschreckend hohen Zahlen?

Unter virtuellem Wasserverbrauch wird derjenige Verbrauch von Süßwasser verstanden, der durch die Produktion von Lebensmitteln, Kleidung und industriellen Gütern verwendet wird. Dieser Verbrauch wird auch als virtueller Wasserfußabdruck bezeichnet, den jedes Produkt hinterlässt.

[M8]

Wir sprechen also von 628 Liter verbrauchtem Süßwasser pro Liter Milch. Im Gegenzug dazu verbraucht Hafermilch nur 48 Liter Süßwasser pro Liter Milch. Selbstverständlich sind diese Werte als Durchschnittswerte zu betrachten, es ist anzunehmen, dass sich der individuelle Wasserverbrauch sich je Produkt unterscheidet.

Als Person, die den Klimawandel ernst nimmt, die weiß, wie sehr Menschen rund um den Globus unter Wassermangel leiden, die erlebt hat, wie es ist auch nur für ein bis zwei Tage kein Süßwasser zur Verfügung zu haben, ist es für mich nicht tragbar, für ein nicht notwendiges [M3] Luxusprodukt wie Milch derartig Wasser zu verschwenden.

Auf Wiedersehen, Kuhmilch. Die gute Hafermilch schmeckt sowie viel besser.

Quellen

[M1] Deutscher Tierschutzbund, Milchkühe, tierschutzbund.de

[M2] TAZ, „13 Milliarden für Tierwirtschaft, taz.de, 2021

[M3] Extra3, „Milch-Mythos: Das irre Geschäft der Molkereien“, ndr.de, 2021

[M4] Ärzteblatt, „Schaden Östrogene in der Kuhmilch der Gesundheit?“, aerzteblatt.de, 2018

[M5] Stiftung Warentest, „Qualität meist gut – aber Biomilch-Kühe habens besser“, test.de, 2017

[M6] Statista, „Wasserverbrauch von Kuhmilch und pflanzlicher Milch im Vergleich im Jahr 2018“, de.statista.com, 2018

[M7] https://giphy.com/gifs/funkofficial-funk-wasser-31jAxDpQH20FO

[M8] Wissensplattform Erde und Umwelt, „Virtueller Wasserverbauch“, eskp.de, 2019

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